Sei nicht doof, indem du deinen Hund Balla Balla machst!

Viele Hundebesitzer glauben, dass sie ihren geliebten Vierbeiner glücklich und müde machen, indem sie ihm den Ball oft genug zuwerfen. Doch nur wenige sind sich bewusst, dass sie damit einen „Balljunkie“ heranzüchten könnten!

Der Hund als Balljunkie

Warum ist das Ballwerfen keine gute Beschäftigung? Besonders Hütehunde, Jagdhunde und Terrier neigen dazu, ein ungesundes Verhalten im Zusammenhang mit dem Ball zu entwickeln. Das Hetzen nach dem Ball wirkt selbstbelohnend, und der Hund, der sich im Dopaminrausch befindet, wird das Spiel niemals von alleine beenden – egal, wie erschöpft er ist.

Zusätzlich ist stundenlanges Ballwerfen sehr belastend für den Bewegungsapparat deines Vierbeiners. Auch die Zähne können durch den Sand am Spielzeug abgerieben werden, was zu schmerzhaften Zahnschäden führen kann.

Wie erkenne ich einen Balljunkie?

Achte auf folgende Anzeichen:

  • Ständiges Fordern: Hat dein Hund freien Zugang zu „seinem Ball“, wird er dich ständig auffordern, ihn zu werfen.

  • Fokussierung: Wird der Ball mit auf die Spaziergänge genommen, hat er nur noch Augen dafür und ignoriert andere Reize.

  • Soziale Isolation: Er interagiert nicht mehr mit anderen Hunden, da sein Fokus ausschließlich auf dem Ball liegt.

  • Aggressives Verhalten: Wenn ein anderer Hund seinem Ball zu nahe kommt, wird er ihn vertreiben.

  • Anspannung: Dein Hund wirkt extrem angespannt und hechelt stark, selbst wenn er müde ist.

Warum plumpes Ballwerfen problematisch ist

Zusätzlich zu den oben genannten Verhaltensweisen gibt es weitere Gründe, warum plumpes Ballwerfen nicht die beste Wahl für ein sicheres und effektives Spiel ist:

  1. Verletzungsgefahr: Plötzliches, unkontrolliertes Werfen kann dazu führen, dass dein Hund springt oder rutscht, was Verletzungen zur Folge haben kann, insbesondere bei älteren Hunden oder solchen mit Gelenkproblemen.

  2. Überforderung: Ständiges Hinterherjagen kann zur Überanstrengung führen. Besonders bei warmem Wetter besteht die Gefahr einer Überhitzung.

  3. Unkontrollierte Rückkehr: Dein Hund hat möglicherweise nie richtiges Apportieren gelernt. Er rennt dem fliegenden Ball hinterher, bringt ihn jedoch nicht zurück und gibt die Beute nicht wieder ab, was unerwünschtes Verhalten zur Folge hat.

  4. Unzureichende geistige Stimulation: Ballwerfen ist oft eine rein körperliche Aktivität und bietet nicht genug geistige Anreize. Es ist wichtig, auch den Kopf deines Hundes zu fordern, um Langeweile und Verhaltensprobleme zu vermeiden.

  5. Unfairer Wettbewerb: Wenn mehrere Hunde anwesend sind, kann das Ballwerfen zu Konkurrenzkämpfen führen, die aggressives Verhalten hervorrufen können.

  6. Fehlgeleitetes Beutefangverhalten: Das fliegende Spielzeug fungiert als Ersatzbeute und das Verfolgen ist ein Verhalten, das aus dem Beutefangverhalten stammt. Dies kann zu einer unzureichenden Impulskontrolle führen, da Hunde, die nicht gelernt haben, Bewegungsreizen zu widerstehen, auch anderen Bewegungen nachjagen, wie Radfahrer, Jogger oder spielende Kinder.

  7. Echte Abhängigkeit: Der Begriff „Balljunkie“ ist ernst zu nehmen, denn der Hund kann tatsächlich süchtig werden! Wenn du einem Balljunkie den Ball entziehst, kann er echte Entzugserscheinungen bis hin zu Depressionen entwickeln. In dieser kritischen Phase kann der Hund auch auf die Idee kommen, andere bewegte Objekte zu jagen, um seine Sucht zu befriedigen.

Bessere Alternativen

Um diese Probleme zu vermeiden, ist es sinnvoll, abwechslungsreiche und kontrollierte Spiele zu wählen, die sowohl die körperliche als auch die geistige Auslastung fördern. Diese Alternativen bieten im Gegensatz zum plumpen Ballwerfen eine sinnvolle Beschäftigung, die die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund fördert, die Kommunikation erweitert und die Beziehung stärkt. Hier sind einige Vorschläge:

  • Apportieren und Dummytraining: Diese Aktivitäten fördern nicht nur das Apportieren, sondern helfen auch, den Hund geistig zu fordern und seine natürlichen Instinkte zu nutzen. Zudem wird die Interaktion zwischen dir und deinem Hund intensiviert.

  • Suchspiele: Verstecke Leckerlis oder Spielzeuge und lasse deinen Hund danach suchen. Das stimuliert seine Nase und bietet ihm geistige Herausforderungen. Gleichzeitig stärkt es das Vertrauen, da dein Hund lernt, auf deine Anweisungen zu hören.

  • Interaktive Spielzeuge: Nutze Spielzeuge, die den Hund dazu anregen, nachzudenken und Probleme zu lösen. Diese fördern die geistige Auslastung und halten deinen Hund beschäftigt, während ihr beide Spaß an der gemeinsamen Aktivität habt.

Indem du auf diese Alternativen setzt, kannst du sicherstellen, dass dein Hund sicher spielt und gleichzeitig ausreichend geistig und körperlich gefordert wird. So bleibt das Spiel für euch beide spannend und gesund und trägt zur Stärkung eurer Bindung bei!

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