Stress bei Hunden

Was ist Stress?

Stress beschreibt in der Alltagssprache eine Beanspruchung, Belastung oder Anspannung. Laut Duden handelt es sich um eine „starke körperliche oder seelische Belastung, die zu Schädigungen führen kann“. Jeder von uns kennt das Gefühl, gestresst zu sein. Besonders in einer hektischen Stadt wie Berlin sieht man oft gestresste Menschen. Das Motto „schneller, höher, weiter“ führt nicht selten zum Burn-out-Syndrom. Doch während wir Menschen oft mit Stress kämpfen, können Hunde uns helfen, diesen abzubauen. Hunde leben im Hier und Jetzt, und ihr Wohlbefinden hängt stark von dem Einfluss ihrer Halter:innen ab. Daher ist es wichtig, bereits Welpen eine entspannte Lebensweise zu vermitteln.

Wovon hängt das Stressempfinden des Hundes ab?

Das Stressempfinden eines Hundes ist von vielen Faktoren abhängig. Ob ein Hund in bestimmten Situationen stressanfällig ist, hängt von seiner Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen ab. Rasse, individuelle Vorerfahrungen und die Verhaltenszusammenhänge, in denen Reize auftreten, spielen ebenfalls eine große Rolle. Stress ist subjektiv und variiert von Hund zu Hund.

Akuter vs. chronischer Stress

Beim akuten Stress versucht der Organismus, sich durch verschiedene Reaktionen anzupassen. Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, was zu Erregung und dem Versuch führt, die Umwelt zu kontrollieren. In dieser Phase ist eine Auseinandersetzung mit der Stressquelle möglich. Soziale Unterstützung durch einen entspannten Menschen kann dem Hund helfen, akuten Stress zu bewältigen.

Im Gegensatz dazu kann chronischer Stress die durch Stress ausgeschütteten Hormone nicht abbauen. Dies hat schädliche Auswirkungen auf Körperfunktionen und kann zu physischen und psychischen Erkrankungen führen.

Anzeichen von Stress bei Hunden

Der Körper eines gestressten Hundes reagiert mit erhöhtem Herzschlag, Blutdruck und Atemfrequenz. Die Muskulatur wird besser durchblutet, um kurzfristig leistungsfähiger zu sein. Bei akutem Stress bereitet sich der Hund auf Flucht oder Verteidigung vor. Anzeichen sind:

  • Nervosität, Hektik und Ruhelosigkeit

  • Überreaktionen

  • Lethargie

  • Ungewöhnliches Kot- oder Urinabsetzen

  • Durchfall oder Erbrechen

  • Hautprobleme wie Schuppen oder Haarausfall

  • Übermäßiges Lecken oder Aufreiten

  • Hecheln, Zittern und schwitzende Pfoten

  • Häufige Beschwichtigungssignale

Ursachen für Stress

Hunde können durch verschiedene Faktoren überfordert werden. Besonders Welpen benötigen Zeit und soziale Unterstützung, um ihre neue Umwelt positiv kennenzulernen. Ein Alltag voller Reize – wie fremde Menschen, andere Hunde, laute Geräusche und Verkehr – kann für sie überwältigend sein.

Weitere Stressfaktoren sind:

  • Mangelnde Ruhephasen

  • Fehlender Ruheplatz

  • Bedrohung durch fremde Menschen oder Hunde

  • Fehlende Erfahrungen

  • Alleinlassen ohne Gewöhnung

  • Hektik im Umfeld

  • Zu viel Aktivität

Es ist entscheidend, dass Hundebesitzer:innen ein gesundes Gleichgewicht zwischen Erholung und dem Kennenlernen neuer Reize schaffen. Ein freundlicher und ruhiger Umgang fördert das Lernen und die Anpassung des Hundes. Nach neuen Erlebnissen benötigt der Hund viel Schlaf, um das Erlebte zu verarbeiten. Gemeinsame, positive Erfahrungen stärken die Bindung zwischen Hund und Halter:in und helfen dem Hund, sich in seiner Umgebung wohlzufühlen.

Fazit

Wenn du den Eindruck hast, dass dein Hund gestresst ist oder Schwierigkeiten hat, mit Stress umzugehen, zögere nicht, dich bei uns zu melden. In unserer "Benimm dich"-Reihe findest du zudem weitere wertvolle Informationen zum Thema Stress bei Hunden.

Denke daran, dass auch ein Hund Zeit zum Lernen braucht. Hunde sind intelligent, aber niemand wird über Nacht zum Meister. Mit Geduld, Liebe und einem guten Verständnis für die Bedürfnisse deines Hundes kannst du ihm helfen, ein glückliches und stressfreies Leben zu führen.

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