"Dünne Hunde leben länger"
Adipositas bei Hunden
Definition: Bei der Adipositas (Fettleibigkeit, oder umgangssprachlich auch Fettsucht), handelt es sich um eine übermäßige Fettansammlung in den Fettspeicherregionen des Körpers.
Wie erkenne ich Übergewicht bei einem Hund?
In der Humanmedizin gibt es bereits einen Standard zur Berechnung des Body Mass Index. Für Hunde gibt es diese Standards einen solchen Idealgewichts nicht, deshalb erfolgt die Beurteilung durch Methoden wie Adspektion (optische Überprüfung) und Palpation (Untersuchung des Körpers durch Betasten) des Brustkorbes. Wenn die Rippen deutlich zu sehen sind, so ist das Tier als untergewichtig einzustufen. Sind die Rippen hingegen kaum spürbar, dann ist das Tier übergewichtig. Gelingt es überhaupt nicht die Rippen mit den Fingern zu ertasten, spricht dies für die Diagnose Adipositas. Im Idealfall sind Rippen des Tieres unter der Haut ohne dicke Fettschicht tastbar, zeichnen sich aber nicht von außen sichtbar ab.
Wodurch entsteht Adipositas?
Die unmittelbare Ursache ist häufig eine übermäßige Energie zufuhr. Somit ist das Gleichgewicht zwischen der zugeführten Nahrung und der vom Tier verbrauchten Energie gestört. Zu viel und falsche Ernährung einerseits, und zu wenig Bewegung andererseits, führen zu einer ungesunden Energiebilanz.
Weitere Faktoren die die Energieaufnahme erhöhen, oder den Energieverbrauch reduzieren:
Störung des Sättigungsgefühls
Hormonelle Störungen, z.B. die Auswirkung eines reduzierten Östrogenspiegels auf den Appetit einer Hündin nach der Kastration
Emotionale Störungen
Fortgeschrittenes Alter
Reduzierte körperliche Aktivität
Zusammensetzung der Nahrung
Reduzierung des Testosteronspiegels nach Kastration
Genetische Faktoren
Alle Faktoren die Adipositas beeinflussen, können in drei Hauptkategorien unterteilt werden:
1. Organische Faktoren:
• Diabetes mellitus
• Hyperadrenokortizismus, (auch Cushing-Syndrom), ist eine Überfunktion der Nebennierenrinde
• Hypothyreose (mangelnde Versorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen)
• Progesterongabe (Progesteron = weibliches Geschlechtshormon)
• Verabreichung Appetit-stimmulierender Substanzen
2. Verhaltensprobleme/ Verhaltensstörungen:
• Angst
• Depression
• Entwicklungsstörungen
• Abnormes Fressverhalten
• Mangelndes Sättigungsgefühl
3. Umweltfaktoren:
• Einfluss des Besitzers auf Mengen und Qualität des aufgenommenen Futters
• Einfluss des Besitzers und der Umwelt auf die körperliche Bewegung
Krankheiten im Zusammenhang mit Adipositas
Adipositas beeinflusst die Lebensqualität des Hundes negativ und trägt zur Entstehung verschiedener Erkrankungen bei.
Folgende Erkrankungen können sich durch Adipositas entwickeln:
• Osteoarthritis/Osteoarthrose
• Atemwegserkrankungen
• Herz-/Kreislauferkrankungen
• Diabetes mellitus
• Erhöhte Infektionsanfälligkeit
• Erhöhtes Risiko bei Allgemeinanäthesie
• Wundheilungsstörungen
In einer Langzeitstudie starben Hunde, die über die ersten drei Lebensjahre nach Belieben gefüttert und anschließend auf ein definiertes, am Erhaltungsbedarf orientiertes Fütterungsregime umgestellt wurden, durchschnittlich zwei Jahre früher als Hunde, die von Beginn an unterhalb ihres Erhaltungsbedarfs gefüttert wurden!
Adipositasprävention
Um Adipositas vorzubeugen ist in allen Lebensphasen des Hundes folgendes zu beachten:
• Entwicklung einer emotionalen Stabilität
• Ernährung nach Maß, speziell abgestimmt auf jede Lebensphase
• Verständnis der Rolle der Nahrung als Werkzeug der sozialen Interaktion zwischen Hund und Mensch
• Anpassung der Energiezufuhr an den Energieverbrauch
Behandlung der Adipositas
Um Adipositas beim Hund behandeln zu können muss zunächt die Frage nach der Ursache geklärt werden. In der Regel sind Veränderungen der Lebensweise, und zwar sowohl des Hundes als auch des Besitzers, kombiniert mit Veränderungen der Umgebung und der sozialen Interaktion erforderlich.
Sie können sich an mich wenden, falls Sie das Thema betrifft. Ich unterstütze Sie gerne beim gesunden Abnehmen ihres Hundes.
Beste Grüße
Jennifer Bozzo