Tipps und Tricks für den Besuch einer Tierarztpraxis
Für Patientenbesitzer und Patientenbesitzerinnen
Als gelernte tiermedizinische Fachangestellte möchte ich Ihnen ein paar Tipps über das richtige Handling in der Tierarztpraxis näher bringen.
So ein Tierarztbesuch bedeutet für einige Tiere Stress und Angst. Das liegt zum einen daran, dass die Tiere mit Gerüchen von anderen Tieren, Menschen, Desinfektionsmitteln und Medikamenten konfrontiert werden. Dazu kommen die verschiedenen Geräusche, die aus Käfigen und Transportboxen, aber auch aus dem Behandlungsraum zu hören sind. Die Verhaltenscheckliste zeigt Ihnen worauf es ankommt damit der Besuch beim Tierarzt für Mensch und Tier möglichst stressfrei verläuft.
1. Frühzeitig einen Termin vereinbaren
Wenn der Tierarztbesuch kein Notfall ist, empfiehlt es sich besonders bei speziellen Untersuchungen oder Operationen, rechtzeitig einen Termin zu vereinbaren. Auch bei verhaltensauffälligen Tieren, wie zum Beispiel besonders aggressiven oder ängstlichen Tieren, sollte ein Termin vereinbart werden. Dann kann der Tierarzt entsprechende Vorbereitungen für die Behandlung treffen.
2. Impf- und Gesundheitspass mitbringen
Bei anstehenden Impfungen oder wenn es der erste Besuch beim Tierarzt ist empfiehlt es sich alle Krankheitsunterlagen des Tieres dabei zu haben.
Besteht zum Beispiel eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Futtermitteln oder Medikamenten, geht dies aus dem Gesundheitspass hervor. Anhand des Impfpasses sieht der Tierarzt welche vorsorgende Schutzimpfung vorgenommen werden muss.
3. Optimale Vorbereitungen
Gewöhnen Sie Ihr Tier behutsam und allmählich an den Tierarztbesuch. Nehmen Sie zu Hause an Ihrem Tier Manipulationen vor, wie sie auch bei einer tierärztlichen Routineuntersuchung stattfinden. Stellen Sie Ihr Tier auf den Tisch, schauen Sie in die Ohren und ins Maul. Kommen Sie zunächst in die Tierarztpraxis um Ihr Tier vorzustellen, so kann Ihr Tier die neue Umgebung kennen lernen. Der Tierarzt kann dann ein paar Grunduntersuchungen durchführen, die das Tier nicht als unangenehm empfindet. Um das betreten des Wartebereichs und des Behandlungsraumes besonders angenehm zu gestalten, verabreichen Sie Ihrem Tier hochwertige Leckerlis und Streicheleinheiten. So wird der Tierarztbesuch zu einem positiven Erlebnis.
4. Transportbox
Um das Tier sicher zu transportieren ist eine geeignete Transportbox wichtig. Verwenden Sie eine nach oben zu öffnende Transportbox. Dies erleichtert das schonende Herausnehmen der Patienten. In besonderen Fällen ist dann auch eine Behandlung in der Transportbox möglich. decken Sie die Transportbox mit einem Tuch ab und nehmen Sie Ihr Tier erst nach Aufforderung des Personals aus der Transportbox. Gewöhnen Sie Ihr Tier in drei Schritten an die Transportbox.
Stellen Sie die Transportbox hin und wieder zu Hause auf. Mit einer Decke und Leckerlis bestückt, wird das Tier freiwillig hineingehen und sie nicht als Bedrohung ansehen.
Jetzt kann die Klappe zeitweise geschlossen werden und weiterhin reichen Sie Leckerlis durch das Gitter.
Funktionieren Schritt eins und zwei problemlos, kann das Tier in der Transportbox ein paar Schritte getragen werden, so dass es sich an das Schaukeln gewöhnt.
5. Vor dem Tierarztbesuch das Geschäft verrichten
Beim Tierarzt sind einige Tiere besonders aufgeregt und leiden dadurch an Blasenschwäche.
Deshalb ist es ratsam, dass ein Hund vor dem Termin sein Geschäft erledigt.
6. Aufregung im Wartezimmer vermeiden
Um unnötigen Stress und eine Übertragung von Krankheiten zu vermeiden behalten Sie Ihr Tier bitte bei sich. Hunde sind aus diesem Grund an der Leine zu führen. Bleiben Sie so ruhig wie möglich, damit sich keine negativen Emotionen auf Ihr Tier übertragen.
7. Machen Sie genaue Angaben
Helfen Sie dem Tierarzt bei der Klärung der Ursache der Krankheit. Machen Sie genaue Angaben über:
- Unfallhergang (Was ist passiert? Wer war beteiligt?)
- Beginn und Dauer der Erkrankung
- aufgetretene Symptome
- eine eventuelle Vorerkrankung und Behandlung
- bekannte Medikamentenunverträglichkeiten und Allergien
Informieren Sie das Personal im Voraus über eventuelle Verhaltensauffälligkeiten Ihres Tieres. Somit können vorab auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen ergriffen werden.
Ich hoffen Ihnen und Ihrem Tier durch die Tipps den Aufenthalt in der Tierarztpraxis so angenehm wie möglich zu gestalten.
Beste Grüße
Jennifer Bozzo